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In der Kubatur des Kabinetts - Pirate Cultures & Plunder Sonics: MAYDAY!

Mi, 01. Mai 2024

18:00 Uhr

@Praterstern, Billboards, ↧Wanne

18:00: Opening Billboard Ausstellung, Multimedia Installation & Performative Interventionen

20:00: Plunder Sonics: AV & Sound Performances

Künstler:innen:

Sandkasten Syndikat, in Kollaboration mit Mz* Baltazar's Laboratory,
RAD Performance,
Kollektiv Raumstation & Friends

Konzept, Design & Performances:
Joanna Coleman, Olivia Jaques, Sandro Nicolussi, Christian Ludwig Ottakring, Magdalena Scheicher, Daphne von Schrader, Anna Watzinger, Conny Zenk

Kuratorin:
Magdalena Scheicher


Kurzbeschreibung:

Pirate Cultures ist eine künstlerische Recherche des Kollektiv Sandkasten Syndikat, die Piraterie als emanzipatorische Politik der Wiederaneignung, Fürsorge und DIY Kultur untersucht. Im Zentrum stehen Praktiken einer Rückeroberung der Stadt durch die (technologiegestützte) Selbstorganisation von Solidaritätsnetzwerken.


Kuratorisches Statement:

Das Kunstkollektiv Sandkasten Syndikat kapert am 1. Mai den Kulturdampfer am Praterstern und setzt ein Notrufsignal an verbündete Kulturarbeiter:innen ab: MAYDAY!

Zusammen mit Akteur:innen von Mz* Baltazar's Laboratory, Kollektiv Raumstation und RAD Performance suchen wir nach kritisch-kreativen Antworten auf prekarisierte Lebens- und Arbeitsverhältnisse. Es geht um Rückeroberung, Wiederaneignung, ums Kapern und Hacken, um DIY Kulturen, Commoning, Care und die (technologiegestützte) Selbstorganisation von Solidaritätsnetzwerken.

Pirate Cultures ist eine transdisziplinäre Recherche. Ausgehend von einer Reihe selbstorganisierter Initiativen erzählt sie von ungewöhnlichen urbanen Routen, digitalen Sphären frei von bestehenden Machtverhältnissen, der Umgehung konventioneller Medieninfrastrukturen, Open-Source Systemen und Peer-Produktion. Gegen- und Netzkulturen wachsen mit der informellen Stadt und ergänzen diese. Sie schaffen Verbindungspunkte zwischen physischen und virtuellen Räumen.


Werkbeschreibungen:


Billboard Ausstellung

Sandkasten Syndikat in Kollaboration mit Mz* Baltazar's Laboratory, RAD Performance, Kollektiv Raumstation & Friends, SCHATZKARTEN, 2024,

Konzept & Gestaltung:
Joanna Coleman & Magdalena Scheicher

Das Kunstkollektiv Sandkasten Syndikat kapert am 1. Mai zusammen mit verbündeten Kulturarbeiter:innen von Mz* Baltazar's Laboratory, Kollektiv Raumstation und RAD Performance den Kulturdampfer am Praterstern, um Piraterie als emanzipatorische Politik der Wiederaneignung, Fürsorge und DIY Kultur zu untersuchen. Die Billboards des FLUCC werden zur kollektiven Vernetzungsplattform. Gegen- und Netzkulturen wachsen mit der informellen Stadt und ergänzen diese. Es geht um die Rückeroberung und das Hacken von physischen und digitalen Sphären, um Commoning und Care, Kämpfe und utopische Sehnsüchte.


AV & Sound Performances
Sandkasten Syndikat & Friends / Joanna Coleman, Sandro Nicolussi, Christian Ludwig Ottakring, Daphne von Schrader, PLUNDER SONICS, 2024, Support: Der Goldene Shit Agency

Für unser Kollektiv von Medien- und transdisziplinär arbeitenden Künstler:innen ist der Themenkomplex von künstlerischer Piraterie und technopolitischen Dimensionen besonders reizvoll. Wir wollen den 1. Mai akustisch und audiovisuell im Zeichen einer experimentellen Medien-, Sound- & DIY-Kultur feiern. Plunder Sonics vernetzen künstlerische Praktiken des Storytellings mit Themen wie Hacking, Plagiarismus, Raubkopie und Content-Diebstahl. Als künstlerisches Statement berühren sie ein Spannungsfeld zwischen Urheberrecht und kapitalistischen Monopolen und knüpfen an eine ebenso subversive wie klassische Tradition von Aneignung, Détournement und Readymades an.


Performative Intervention im öffentlichen Raum
Mz* Baltazar's Laboratory / Olivia Jaques & Anna Watzinger (a/o),
DATENKOPF: PUBLIC PRIVATE PIRATE, 2024,

Olivia Jaques und Anna Watzinger sind Teil des feministischen Hackingspaces Mz* Baltazar's Laboratory in Wien. Am 1. Mai erkunden die Künstler:innen den Prater(stern) mit performativen Interventionen, schwingen Pirat:innenfahnen und halten Ausschau nach der Mayday Vienna Parade. Wir sehen uns im Ozean des Prekariats!


Multimedia Installation
Sandkasten Syndikat in Kollaboration mit Mz* Baltazar's Laboratory, RAD Performance, Kollektiv Raumstation & Friends, FLUCC KAPERN, 2024,

Konzept & Gestaltung:
Joanna Coleman, Magdalena Scheicher, Daphne von Schrader, Conny Zenk

Eine transmediale Installation aus Billboards, Pirat:innenflaggen, Sound- und Videoarbeiten besetzt temporär die FLUCC Wanne als Pirat:innenschiff. Aus Perspektive künstlerischer Forschung meint Piraterie nicht zuletzt die Erkundung von Grauzonen und liminalen gesellschaftlichen “Heterotopien”. Diese von Michel Foucault beschriebenen, realisierten Utopien und Gegenwelten funktionieren nach eigenen Regeln. Ihre Andersartigkeit birgt ein emanzipatorisches Potenzial. Das Schiff – Foucaults Heterotopie par excellence – wird uns zur anschaulichen Metapher, von der aus wir ein Alarmsignal an unsere Verbündeten absetzen: Reclaim Everything! MAYDAY!


Kurator:innen, beteiligte Kollektive & performende Künstler:innen

Kollektiv Raumstation – Immer auf der Suche nach neuen Impulsen erkundet das Kollektiv Raumstation die Stadt. Es arbeitet kritisch und zugleich spielerisch, lokal und an konkreten Orten, auch abseits der viel beachteten Metropolen. Mit Interventionen im öffentlichen Raum, Ausstellungen, Spaziergängen oder Audioinstallationen stellt es (oft humorvoll) Gewohntes in Frage, erforscht, zweifelt und lässt ungehörte Stimmen zu Wort kommen. 2013 in Weimar gegründet, ist es heute als offenes Kollektiv auch in Berlin, Wien und Zürich aktiv. Auf zu neuen Räumen!

Mz* Baltazar's Laboratory – 2009 gegründet und in Wien verwurzelt, definiert sich als Kunst-, feministischer* Hacking- und Safer Space, als ein sich stetig wandelndes Kollektiv von derzeit fünf Künstler:innen, Aktivist:innen und Theoretiker:innen, die sich zum Ziel gesetzt haben, eine sichere, subversive kreative Infrastruktur für Making/Hacking, Community Building/Networking und die Realisierung/Unterstützung von Ausstellungen und Workshops an der Schnittstelle von Medienkunst, Wissenschaft, Hacking/Making und Genderpolitik im Mz* Baltazar's Lab im 20. Wiener Gemeindebezirk zu schaffen.

RAD Performance – Das Kunstprojekt RAD Performance beschreibt Group Rides, die die Stadt über den eigenen Körper und das Fahrrad auf neue Weise erfahrbar machen. Zentraler Ausgangspunkt ist die Interaktion innerhalb der Gruppe und mit dem befahrenen urbanen Raum. Ausgestattet mit mobilen Lautsprechern, werden unterschiedliche Orte und Strecken kollektiv befahren. Straßen, Bezirke und ihre Geschichten werden Teil der Performance. Die Stadt wird zur Bühne, das Fahrrad ist Akteur, Vehikel und Instrument.

Sandkasten Syndikat – ist ein Verein für transdisziplinäre künstlerische Vernetzung und Produktion. Das 10-köpfige Künstler:innenkollektiv arbeitet an den Schnittpunkten von Medienkunst, Sound, Performance, Neuem Zirkus, Medienkultur- und Kunsttheorien. Zu den laufenden Projekten zählt das 2020 gegründete, intermediale Research- und Improvisationsformat KLUB MØNTAGE.

Joanna Coleman – aka keinponny, ist Medienkünstlerin, Designerin, Workshopleiterin und Komponistin. Visuell als auch akustisch forscht Coleman an den Schnittstellen von Kritischer Theorie, Kultur und Kunst und ist dabei fasziniert von elektrischen Signalen und Phänomenen wie Störfrequenzen, Hacking und Subkultur. Coleman studierte Transmediale Kunst an der Angewandten, arbeitet gerne und meistens im Kollektiv und ist dabei begeistert vom emanzipatorischen Potential in Selbstorganisation und Kommunikationskultur.

Olivia Jaques – Als in Wien lebende Kunstschaffende und künstlerisch Forschende konzentriert sich Olivia Jaques auf ortsspezifische, feministische und künstlerische Rahmung als soziopolitische Praxis. Dabei beschäftigt sie die Frage, wie künstlerische Praktiken zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Gewohnheiten und sozialen Ordnungen beitragen können. Sie ist Teil von artasfoundation, Mz*Baltazar's Laboratory und zusammen mit Marlies Surtmann bildet/konzipiert sie das Performatorium.

Sandro Nicolussi – aka BYDL, bewegt sich in den sonischen Gefilden von Ambient, Drone und Techno. Wesentliche Treiber sind Improvisation, kollaborative Zusammenhänge und die Verwendung digitaler wie analoger Systeme des Zufalls. Elektroakustik, Field Recordings und Alltagsgeräusche bilden die Basis für stark manipulierte Sound Designs. Zurückgelassene Kassetten und Diktiergerät-Bänder liefern medienarchäologische Ambienz und Vocals. BYDL veröffentlichte auf Labels wie Beach Buddies, Sama Recordings, Vienna Underground Traxx und performt in Projekten wie paseule, Drug Searching Dogs, KMØN.

Christian Ludwig Ottakring – digitaler Künstler und Content Creator, arbeitet mit audiovisuellen Medien und generativer Kunst im Spannungsfeld zwischen Authentizität und Ästhetik. Mit einem Background von Studienabbrüchen und Kultaustritten navigiert Ottakring durch das Memehole, in dem sich die Realität auflöst und Bedeutung obsolet wird, Aufmerksamkeit eine Währung, emotionale Tiefe eine Ware und Merch eine Notwendigkeit ist.

Magdalena Scheicher – forscht künstlerisch-wissenschaftlich an den Schnittstellen von Kunsttheorie und Kulturwissenschaften. Ihre theoretische Arbeit unternimmt Historisierungen und Zukunftsspekulationen zu (queer)feministischen Theorien, Gegenkulturen und Urbanismus. Sie studierte Kunstgeschichte an der Universität Wien und Medienkultur- und Kunsttheorien an der Kunstuniversität Linz und publizierte zu Themen der Bildenden Kunst, Performance und Sound Art.

Daphne von Schrader – arbeitet als bildende Künstlerin an Projekten zwischen Installation, Film, Sound und Performance. Sie studiert Bildhauerei/Kunst und Intervention an der Akademie der bildenden Künste Wien. Sie ist Mitbegründerin des seit 2020 bestehenden, interdisziplinären Research- und Improvisationsprojekt KLUB MØNTAGE. In ihrem Sound widmet sie sich v. a. der Weiterverarbeitung und Wiederverwertung von gefundenem Audiomaterial. Gekaperte Audiofetzen, fragmentierte Klangelemente und akustische Collagen assoziierter Eindrücke und Gefühle entwickelt sie zu experimentellen Elektro-Kompositionen.

Anna Watzinger – diplomierte in Bildhauerei an der Wiener Kunstschule und absolvierte ein Diplomstudium in Medienkunst an der Universität für angewandte Kunst Wien. Sie arbeitet mit vielfältigen Medien, Themen und in Kollaborationen, wobei der Fokus auf dem flüssigen Raum, der Begegnungszone verschiedener Dinge und Phänomene liegt. Anna Watzinger zeigte ihre Arbeiten an zahlreichen Orten in Wien und einige im Ausland, darunter auch künstlerische Auslandsaufenthalte. Sie war Mitglied verschiedener Kunstkollektive und befindet sich derzeit im Team von Mz Balthazar’s Laboratory.

Conny Zenk – arbeitet als Künstlerin und Artist Researcher in den Bereichen Performance, Video, Sound Art, urbaner Architektur und Stadt. Zenk ist Initiatorin des Kunstprojekts RAD Performance, das sich auf die Verschmelzung von Performance- und Klangkunst mit kollektiven Praktiken wie dem Radfahren konzentriert. Sie promoviert derzeit im Bereich Künstlerische Forschung an der Universität für angewandte Kunst Wien.